Die Gefahren erkennen

In der am 03. August 1941 gehaltenen Predigt wird von Galen so konkret wie in keiner Predigt zuvor und prangert die Rede vom unproduktiven Leben an.

Auch wenn Menschen keine Produktivität mehr entfalten können, sei es aufgrund von Alter, Krankheit oder Kriegsversehrtheit, behalten sie ihre menschliche Würde. Es gibt unproduktive Menschen, aber nicht unproduktives Leben. Daher gilt der Schutzanspruch des Lebens für jeden Menschen.

Mit seiner Predigt hat er dazu beigetragen, das als Aktion T4 bekannte Vorhaben der Nationalsozialisten zur Tötung von unproduktiven Menschen innerhalb der Bevölkerung bekannt zu machen und vorläufig zu stoppen.

Aufgrund seines kämpferischen Auftretens in seinen Predigten erhielt von Galen in dieser Zeit den Beinamen Löwe von Münster – erstaunlich, da er in seiner Berliner Gemeinde seit den 1920er Jahren doch als „schlechter Prediger“ galt: Mut wird oft aus der Situation geboren!

Mut bewiesen auch viele seiner Predigthörer – und Predigtnachleser. Die Predigten von Galens aus dem Sommer 1941 wurden vervielfältigt und im In- und Ausland verteilt. Für manche Gläubigen hatte das schwerwiegende Konsequenzen, wie Pfarrer Dr. Josef Wieneke im untenstehenden Video berichtet.

Sich seines Lebens sicher sein dürfen – das ist ein Grundbedürfnis des Menschen. In den nachfolgenden Videos können Sie nachhören, wie wir heute gelingend für den Schutz des menschlichen Lebens und der menschlichen Würde eintreten können.