Damals wie heute – Zeugen für das Leben
Clemens August Kardinal von Galen (1878–1946), der als „Löwe von Münster“ bekannt wurde, gehört zu den bedeutendsten Gestalten der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert. Als Bischof von Münster widersetzte er sich mutig dem nationalsozialistischen Regime und setzte sich für die Würde jedes Menschen ein. Besonders bekannt wurden seine Predigten im Sommer 1941, in denen er die Verfolgung von Menschen und die Tötung von Kranken und Menschen mit Behinderungen im Rahmen der nationalsozialistischen Euthanasieprogramme öffentlich verurteilte.
Für die Kirche ist Kardinal von Galen bis heute ein Vorbild für Glaubensstärke und Zivilcourage. Er zeigte, dass die Kirche nicht schweigen darf, wenn Menschenrechte verletzt werden.
Das von Galen-Projekt setzt genau hier an und zeigt auf, dass die Kirche nicht schweigt; dass Geistliche und Laien ihre Stimme für Menschenrechte erheben, ganz im Sinne der Annahme von Galens, dass christlicher Glaube immer auch mit der Bereitschaft einhergeht Verantwortung in und für die Gesellschaft zu übernehmen.
Von Galens Predigten entstanden aus seiner tiefen Überzeugung heraus, dass jeder Mensch von Gott geschaffen ist und daher eine unantastbare Würde besitzt. Diese Überzeugung teilen wir und sie ist der Motor, der dieses Projekt trägt.
Bischof Clemens August Graf von Galen vor der Marienbasilika in Kevelaer, Juni 1942.


